Sonderausstellung | Ernst Paul Ehrlich DIE ARISTON
LOCHSCHEIBE
Sonderausstellung Paul Ehrlich Schramberg
Ernst Paul Ehrlichs Patent von 1882: Die Ariston Lochscheibe

URKNALL DER DIGITALEN MUSIK BIS HEUTE


Sonderausstellung - 28. März - 18. Oktober 2026




Paul Ehrlich und das Ariston


Mechanische Musik – die Lochplatte als Start


Anlässlich des 101. Todestages von Friedrich Ernst Paul Ehrlich (1849–1925) zeigt das Auto- und Uhrenmuseum ErfinderZeiten
eine Sonderausstellung. Im Mittelpunkt steht das ARISTON – das mechanische Musikinstrument mit kreisrunder Lochscheibe,
das erstmals Musik für die Menschen einfach zugänglich machte.

Diese Lochscheibe war der erste digitale Datenträger in der Musik: der entscheidende Schritt auf dem Weg zu unserem
heutigen Musikkonsum.

1882 stellte der Leipziger Instrumentenbauer, Erfinder und Unternehmer Paul Ehrlich seine Organette, das ARISTON, eine Art
„Tisch-Drehorgel“ vor.

„Paul Ehrlich hatte eine Marktlücke entdeckt. Das Ariston war ein Welterfolg und traf einen Nerv“, beschreibt die Leipziger
Musikwissenschaftlerin Dr. Birgit Heise die historische Bedeutung dieser Erfindung.

Paul Ehrlich war ein rastloser Entwickler: 1877 meldete er sein erstes Patent an – im Deutschen Reich das erste Patent
überhaupt für mechanische Musikinstrumente. Es folgten über 100 weitere Patente. Neben genialen Ideen hatte Ehrlich
auch ein Gespür für effiziente Produktion: Das Ariston wurde in der eigenen Fabrik nach Prinzipien der Arbeitsteilung in Serie
gefertigt. Dadurch wurde es erschwinglich und zum Massenprodukt; zeitgenössisch ist von fast 500.000 verkauften
Instrumenten die Rede.

Für das Gerät gab es über 4.000 Lochscheiben mit den unterschiedlichsten Melodien, jeder konnte erstmals seinen eigenen
Musikgeschmack zusammenstellen und durch den Kurbelantrieb in Gang setzen, jeder konnte fortan Musik genießen, ohne
ein Instrument spielen können zu müssen.

Auch wenn der wirtschaftliche Erfolg der Fabrik Leipziger Musikwerke nicht von Dauer war, bleibt das Ariston ein Meilenstein.
Musik wurde für alle gesellschaftlichen Schichten verfügbar.

Erfindergeist, Industriegeschichte, Sammlerszene


Neben dem Lebensweg von Friedrich Ernst Paul Ehrlich mit den Höhen und Tiefen - vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte -
und seinem Erfindungsgeist zeigt der historische Teil der Ausstellung die erfolgreiche Produktion der Fabrik Leipziger Musikwerke
und die Vielzahl von Geräte-Varianten.

In dem heutigen Bereich der Ausstellung geht es um die Überbleibsel der genialen Entwicklung und die Faszination
eines Hobbys als Sammler und herausforderndes Arbeitsfeld. Es gibt Einblicke in die Sammlerszene, in die Technik
und Funktionsweise der Aristongeräte und in das Arrangieren und Herstellen der Lochscheiben.
Ein Werkplatz bietet die Gelegenheit bei Sonderterminen mit fachkundigen Menschen in Kontakt und in Austausch
zu kommen.

Die Ausstellung vereint Objekte aus der bedeutenden Sammlung des Schweizer Ariston-Experten René Spinnler,
der über 70 Geräte als Schenkung an das Deutsche Automatenmuseum übergab, sowie weitere Leihgaben aus
Privatbesitz.

Initiiert und umgesetzt wurde das Projekt von dem Museumswissenschaftler Achim Quaas, einem Urenkel
Paul Ehrlichs. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch die großzügige Unterstützung von der Mäzenin
Karin Gauselmann anlässlich ihres 90. Geburtstags in 2025 – auch sie ist eine Urenkelin Paul Ehrlichs.
 

Wir laden Sie herzlich ein, die Welt mechanischer Musik zu erleben – und Paul Ehrlichs Ariston neu zu entdecken.

Einblicke


Kostenlose Parkplätze

Kostenlose Schließfächer

Barrierefrei

WLAN

Hunde erlaubt

Fotografieren und filmen erlaubt