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Der Hersteller Messerschmitt steht exemplarisch für die Mobilität der unmittelbaren Nachkriegszeit – und für die ungewöhnlichen Wege, auf denen neue Fahrzeuge entstanden. Ausgangspunkt war nicht industrielle Planung, sondern eine konkrete menschliche Notwendigkeit.
Der Flugzeugkonstrukteur Fritz Fend entwickelte zunächst 1947 auf Anregung eines schwer kriegsversehrten Mannes ein einfaches dreirädriges Fahrzeug aus Holz mit Handantrieb. Es sollte Mobilität ermöglichen, wo Gehen kaum mehr möglich war. Aus dieser Idee entstand wenig später der Fend-Flitzer, nun bereits mit kleinem Benzinmotor – leicht, sparsam und alltagstauglich.
In Zusammenarbeit mit den Messerschmitt-Werken, die nach dem Krieg keine Flugzeuge mehr bauen durften, entwickelte Fend das Konzept weiter. Das Ergebnis war der Kabinenroller – ein dreirädriges Fahrzeug mit Flugzeuganmutung, Plexiglashaube und Tandemsitz. Unter der Bezeichnung FMR (Fahrzeug- und Maschinenbau Regensburg) wurde er zum erfolgreichsten Dreirad Deutschlands. Über 80.000 Exemplare entstanden.
Messerschmitt-Fahrzeuge stehen für eine besondere Form der Mobilität: technisch mutig, sozial motiviert und konsequent auf das Wesentliche reduziert. Im Museum zeigt diese Markenfamilie, wie aus Improvisation ein Erfolgsmodell wurde – und wie eng Technikgeschichte und Zeitgeschichte miteinander verbunden sind.

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